Bericht zum Frühjahrstreffen des BMW 6er Club e.V. vom 30.05. – 02.06.2024 im Zillertal
In mitten er Macht der Elemente
Nachdem wir im Jahr 2023 bereits Tirol besucht haben, konnten wir mit Hilfe von Birgit und Josef Schalk, wieder in die Tiroler Bergwelt fahren, denn die beiden haben sich Ihren langjährigen Urlaubsort Fügenberg ausgesucht, um dort das große Frühjahrstreffen 2024 auszurichten.
Im familiengeführten Wohlfühlhotel Schiestl, welches das „Wohlfühlen“ nicht nur im Namen trägt, sondern mit wunderbaren Zimmern, einer edlen Wellnesslandschaft und vor allem zauberhaftem Personal, das Ganze auch lebt.
90 Mitglieder folgten der Einladung, es war also wieder ein großes Treffen. Leider musste Familie Heinicke, aus fast 1000 km Entfernung angereist, wegen Krankheit wieder nach Hause fahren. Geehrt haben wir sie dennoch, denn diese weite Anreise im E24 darf nicht unerwähnt bleiben.
Dass wir dann den Mächten der Elemente willkürlich ausgesetzt waren, konnte man – zumindest teilweise – nicht ahnen.
Erde: sie steht für Sicherheit, Schwere und Macht, aber auch für Gewalt. Das durften wir am Donnerstag erfahren, als wir in die Tiefen des Silberbergwerks Schwaz vordrangen. „Hineinrumpeln“ wäre genauer formuliert, denn als silberne Rumpelstilzchen verkleidet, fuhren wir ächzend und krachend mit einem Bergmannszug durch nicht viel mehr als ein dunkles Loch fast einen Kilometer in den Berg ein. Irgendwie erwischte ich mich „Highway to hell“ singend. Gehört hat das ohnehin niemand bei dem Krach.
Es war gewaltig eng, laut und gelegentlich nass – und zwar genau dort wo die Hose zusammengenäht ist. Einer Wiedergeburt gleich wurden wir nach über 90 Minuten Führung wieder in die Welt hinaus entlassen. Beeindruckt, aber leicht feucht hinten herum. Wir waren froh, dass uns das andere Element wieder in die Arme nahm, wenn auch nicht mehr so liebevoll wie knapp zwei Stunden davor.
Feuer: es steht für Wärme, Schönheit, Zerstörung. Schön, dass es draußen wärmer war, aber der Himmel hatte sich verdunkelt und das sollte die Tage auch so bleiben. Zeit also, dass wir zum Anzünden des Feuers immer wieder ins Hotel zurückkehrten, denn dort loderte es über die Tage hinweg für uns überall, auf die eine oder die andere Weise. Vor allem aber am Buffet, oder besser gesagt an den Buffets, denn die Räumlichkeiten der Essensausgabe allein waren schon ein Tempel für sich. Neben den obligatorischen Frühstücks,- und Abendbuffets, gab es nämlich eine Jause, also eine Brotzeit. Soll heißen man konnte sich im Prinzip permanent den Magen vollschlagen, bis man Sodbrennen bekam. Auch eine Art von Feuer.
Freitag wollten wir mit Bussen über die Passstraßen des Zillertals fahren, um einmalige Ausblicke zu erleben, doch dann schlug das nächste Element unbarmherzig zu.
Wasser: es steht für Kraft, Sanftheit, Geduld…und in unserem Fall für richtig katastrophales Wetter. Die Pässe wurden nämlich von offizieller Seite wegen Schneetreibens gesperrt, Ende Mai wohlgemerkt. Das nennt man im wahrsten Sinne des Wortes „höhere Gewalt“. Aber es hätte noch schlimmer kommen können, denn in verschiedenen Regionen wurde danach der Notstand ausgerufen. So übten wir uns in Geduld und Familie Schalk tat ihr Bestes und organisierte mit großem Engagement in kürzester Zeit einen neuen Bus, der die interessierten Teilnehmer als Ersatzprogramm zu den Swarovski Kristallwelten brachte. Es glitzerte, leuchtete und es spiegelte sich, dass es eine wahre Freude war. Nicht nur zu der unseren, sondern auch zu derer hunderter anderer. Im Rundgang herrschte ein Gedränge wie zur Rush-Hour in der New Yorker Metro – ähnliche Platz- und Luftverhältnisse inklusive. Aber für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, wie der Körbchengröße von Lady Gaga, steht man nun mal an. Ein wahrhaft ätherisches Erlebnis – und so kam das nächste Element über uns.
Luft: sie steht für Leichtigkeit, Träume und den Wahnsinn. Die Passstraßen, zumindest der für uns relevante Gerlos Pass, waren am Tag darauf wieder geöffnet, sodass wir am Samstag traditionsgemäß unsere 6er Coupés starteten, um Richtung Krimmler Wasserfälle fahren zu können. Wind und Wolkenbruch begleiteten uns, leicht war es nicht immer und dennoch ein Traum. 69 km ist der Gerlos insgesamt lang und er ist auch so beeindruckend genug, auch wenn wir mit unseren Oldtimern mit Sommerreifen Schneeluft schnuppern durften. Die größten Wasserfälle Europas sind das ganze Jahr über sensationell, aber bei dem Wetter führten sie besonders viel Wasser. So verbanden sich die beiden Elemente zu einem Tosen, Donnern und Brausen, dass es einem den Atem verschlug. Es war nass, diesmal ganz egal wo die Hose zusammengenäht ist.
Über den Jochberg und durch den Promi-Skiort Kitzbühel ging es nach Going zum Stanglwirt. Inklusive leibhaftigen Rindern als Teil der Heimat-Reality-Show. Doch der eigentliche Wahnsinn wurde wieder einmal vom Technik-Teufel ins Spiel gebracht. Leider hatten wir zwei Ausfälle, sodass unser Luxemburger Paar und unsere Gabi mit Begleitung abgeschleppt werden mussten. Das Wichtigste war, dass am Ende zum großen Samstagabend Dinner alle wieder zusammenkamen. Denn dafür steht unsere Clubgemeinschaft. Wir helfen einander, auch in den engsten Kurven.
Am Abend dann zum Finale, konnten wir so viele neue Mitglieder begrüßen, wie bei keinem anderen Treffen zuvor. Allein sechs neue Partnermitglieder, allesamt Damen, sowie fünf komplett neue Mitglieder. Das gab es noch nie. Mit einem herzlichen Dankeschön an Birgit und Josef für den Einsatz, die Nerven und den Schalk im Nacken (sorry, aber das musste jetzt sein), bedankten wir uns für ein außergewöhnliches Treffen, bei dem die Elemente uns beglückten und uns zusetzten. Wir werden noch lange darüber reden. Doch das Feuer konnte uns nicht verbrennen, die Erde nicht erdrücken, die Luft nicht verwehen und das Wasser uns nicht davonschwemmen. Wie auch – wir sind der 6er Club. Hockenheim zittert schon. Let´s go rock´n`roll! Wir freuen uns auf das Herbsttreffen von Familie Gammelin.
Gerhard Holmer, gh@bmw6er-club.com.